lindenbluetenDie Linde ist ein Baum, den es zu den Menschen zieht, denn sie wächst nicht gern Baum an Baum gedrängt im Wald. Ihr Platz ist meist die Dorfmitte, bei Gasthäusern, oder am Dorfplatz, eben da, wo sich das Leben tummelt. Die Linde ist ein Baum, der die Kommunikation der Menschen fördert und unterstützt, ähnlich wie die Kastanie.

Sie fördert den Austausch, die Harmonie und den Sanftmut. Die Linde wurde in der Antike der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Die Germanen verehrten in ihr Freya, die Göttin der Liebe und des Glücks und nutzten sie außerdem als Gerichtsbaum, weil sie glaubten, unter der Linde würde die Wahrheit ans Licht kommen. Die Christen machten aus den Freya-Linden dann Maria-Linden, bauten in ihrer Nähe Wallfahrtskirchen und nutzten so die sanfte Ausstrahlung der Linden. Die Linde war wegen ihres weichen Holzes bei Schnitzern und Bildhauern sehr gefragt und aus der Rinde wurden Baste und Seile hergestellt.
In einer Zeit, in der keine Kommunikation mehr im Dorf und in den Familien stattfindet (da es zu viele Fernseher gibt) und in einem Wirtschaftssystem, in dem nur der Profit zählt (ihr Holz ist aus Bauholz uninteressant), werden die Linden immer weniger, vor allem auch, weil sie den starken Abgasen nicht gewachsen sind. Doch zum Glück - im Allgäu gibt es noch viele dieser Bäume und man hat noch Linden an den Höfen gepflanzt als Schutz- und Glücksbaum für Gesundheit in der Familie.

Aus den frischen Lindenblüten lässt sich, ähnlich wie beim Holunder ein feiner Sirup herstellen, der ein hervorragendes Sommergetränk darstellt.

Man nehme:

  • 3 Hände voll frische Lindenblüten
  • 500 g Zucker 500 ml Wasser (den Zucker vorher im erwärmten Wasser ausflösen u. erkalten lassen)
  • ½ TL Zitronensäure 5 Scheiben einer unbehandelten Orange

Man gibt die frischen Lindenblüten in das erkaltete Zuckerwasser mit der Zitronensäure und legt oben die 5 Orangenscheiben auf; das ganze ca. 1 Tag in der Sonne stehen lassen; dann in kleine Flaschen abfüllen - fertig! (den Sirup mit frischem Quellwasser servieren)

Lindenblüten helfen, Verschleimungen zu lösen, wirken krampfstillend und unterstützen den Körper bei der Entgiftung, denn sie enthalten schweißtreibende Glykoside, ähnlich dem Holunder. Daher empfiehlt man sie bei allen grippalen Infekten, aber auch bei Unterleibsbeschwerden und Nierenproblemen. Der süßliche Lindenblütentee stellt auch ein gutes Gesichtswasser für besonders empfindliche Haut dar.
Augenpads in Lindenblütentee getränkt, machen die Augen rein und klar und entspannen.


 

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